Aktionen in Berlin

PRESSESPIEGEL

Hier eine (unvollständige) Übersicht der Presseberichterstattung über die Berliner Wohnungsbesichtiungs-Rallyes. Wir sind selbst überrascht, wie groß das Interesse an unserer Aktionskunst ist. Für wenige Minuten werden szenische Auftritte für ausgewählte Journalisten erzeugt, dann ist schon wieder alles vorbei. Die Bilder gehen um die Welt…

taz – SERIE BERLIN 2020 (TEIL 1): Wohnen – 27.12.2010
pogledaj.to – Skidanjem do kraja do nižih stanarina! 20.12.2010
Scallywag & Vagabond – Berliners stripping to protest high rents – 5.12.2010
E24.no – NAKENPROTEST: På visning i nettoen – 4.12.2010
AFP – Germans strip to protest sky-high rents – 3.12.2010
Google – 3.12.2010
Yahoo – 3.12.2010
France24 – 3.12.2010
The Local – 3.12.2010
Breitbart – 3.12.2010
Star Property – 3.12.2010
Free Malaysia Today – 4.12.2010
Expatica
Manager Online – 4.12.2010
Taipai Times – Adult viewing – 6.12.2010
MyLaunchpad – 6.12.2010
CNBC – Berliners Throw Nude Parties to Protest Rising Rents – 3.12.2010
DAPD Nackte Tatsachen gegen hohe Mieten – 2.12.2010
BerlinOnline: Nackte Tatsachen gegen hohe Mieten – 2.12.2010
T-Online: Nackte Tatsachen gegen hohe Mieten – 2.12.2010
NOZ: Nackte Tatsachen gegen hohe Mieten – 2.12.2010
BBC World Service: Naked Protesters get naked about high rents – 21.10.2010
Mietprotest in Berlin: Nackte Subjekte in begehrten Objekten – Spiegel.de 18.10.2010
Video – Nacktes Überfallkommando: Protest bei Wohnungsbesichtigungen – Spiegel.de – 18.10.2010
Wer sind diese Nackt-Protestierer? – Berliner Kurier – 12.10.2010
Ungebetene Tänzer – Berliner Zeitung – 12.10.2010
Spaß kommt Verdrängung – Berliner Zeitung – 12.10.2010
Die Nackten und die Wohnungssuchenden – RBB Fernsehen – 10.10.2010
Mit Tröten gegen Wuchermieten – taz.de – 10.10.2010
Nackt bei der Wohnungsbesichtigung – immobilien.excite.de – 29.09.2010
Nackt unter Maklern – Zeit.de – 06.09.2010
Tagesspiegel, 5.9.2010 – Nackt unter Maklern
Funkhaus Europa, 26.8.2010: Hedonistische Wohnungsbesichtungsrallye / Artikel
Funkhaus Europa, 26.8.2010: Hedonistische Wohnungsbesichtungsrallye / Radiobeitrag (MP3)
Blogrebbel Kreuzberg, 24.8.2010
Zitty.de: Feiern für die Mieten – 13.8.2008

5. Wohnungsbesichtigungs-Rallye – Stress statt Entspanntheit

Eigentlich hätte die Nackt-Rallye am 28.11.2010 das Motto „Der Wohnungsmarkt ist entspannt“ gehabt – aber sie wurde die Stressigste bislang. Die Makler der zwei besuchten Wohnungen verstanden diesmal keinen Spaß und riefen sofort die Polizei. Diese kamen reichlich spät, nur bei der zweiten Besichtigung wurden zwei Medienschaffende aufgehalten und deren Personalien aufgenommen. Das war in der Warschauer Straße 33, ein luxusmodernisiertes Eckhaus, was mit einer Kaltmiete von 8,50 Euro rund 40% über dem Äußersten des Mietspiegels liegt. Schön war, dass es nach drei vergeblichen Anläufen endlich zu einem Besuch der heiligen Hallen kam. Die Türen standen diesmal offen und der Makler von Lion-Immobilien musste die Nackten letztendlich für ein paar Minuten in der finsteren Wohnung tanzen lassen.

Zuvor gab einen Besuch in der Schreinerstr. 32, ein frisch modernisierter Altbau ohne Schnörkel, dafür aber mit 9,60 Euro/kalt rund 60% über dem Mietspiegel (sogar 110% über dem Mittelwert). Dieser öffentliche Termin war sogar von echten Interessenten besucht, die sich allerdings sehr wunderten. Die Tanzerei war entspannt bis der Makler die Nerven verlor und die Aktion beendet werden musste.

Es waren Medienschaffende der Presseagenturen dapd und AFP (Frankreich) dabei, ein Filmteam aus Israel und ein Radio-Reporter. Die Liste derjenigen, die von Seiten der Presse gerne bei weiteren Nackt-Rallyes dabei sein wollen, ist lang – aber wir haben uns entschieden, die Nacktauftritte in den Winterschlaf gehen zu lassen und weiterhin nach weiteren ungewöhnlichen Formen des Aufmerksammachens auf soziale Missstände zu suchen. Und das Problem der unbeschränkten Miethöhe bei Neuvermietungen ist ein wirklich gravierendes Problem, dass sehr viele existenziell betrifft. Gerade jetzt, wo die Bundesratsinitiative des Berliner Senats (siehe Text unten) in den Ausschüssen beraten wird, ist politischer Druck in den Städten sehr wichtig und wertvoll.

Lion-Immobilien unmusikalisch und kamerascheu?

Der „weiße Block“ der TechnoTofuSchnitzeljagd am 16.10.2010 wollte als Extranummer eine Besichtigung von Lion-Immobilien in der Warschauer Straße 33 besuchen. Die Wohnungen im luxussanierten Eckhaus sind für schlappe 8,50 Euro/kalt zu haben, gehen aber schlecht weg. Liegt das vielleicht auch daran, dass die Besichtigungstermine andauernd ausfallen?
Techbotofuschnitzeljegd bei Lion
Immer wenn eine Gruppenbesichtigung naht, verschwindet der kleine Lion-Smart ganz schnell woanders hin. So am 26.09.und auch am 16.10. angesichts der ca. 30 weiß Gekleideten der Schnitzeljagd.

Kleine oder große Gruppen, die sich die meist überteuerten Angebote von Lion-Immobilien anschauen möchten, können sich auf der „Leerstandsliste“ bei Lion einen Überblick verschaffen.

4. Wohnungsbesichtigung-Rallye meets Townhouse 10.10. Berlin-Prenzlauer Berg

Am 10.10.2010 waren gleich mehrere Rallye-Gruppen zu Besuch in der Musterwohnung eines Townhouse-Komplexes (Viehtrift 30) im Berliner Entwicklungsgebiet Alter Schlachthof in Fast-Friedrichshain an der Eldenaer Straße. Die Townhouses sind natürlich nicht für die Kiezbevölkerung gedacht, da muss man schon ein bisschen was auf Tasche haben.

Nachdem sich die verschiedenen Gruppen mehr oder weniger zufällig vor dem Haus getroffen hatten ging es mit ca. 30 Leuten bunt verkleidet, mit Musik und Seifenblasen zur Einweihungsparty. Nach einem kurzen Rundgang mussten wir leider feststellen, dass die Bude für uns als Groß-WG eher ungeeignet wäre und beschlossen wieder zu gehen.

Das „Townhouse“ ist der Typus des Privaten – eine gewisse Gesellschaftsschicht wird innerstädtisch überprivilegiert. Die Stadt verliert Urbanität durch Abgrenzung, die Exklusivität kurbelt die Mietspirale an — und das wollen wir nicht!

Wie im Film zu sehen ist, kann von Randale keine Rede sein und geklaut hat auch keiner was. Einige Medien hetzen aber immer gerne, damit die Leute schön Angst bekommen…

Dank geht wieder mal an den Synapsenkitzler Frazy, der uns unsere irre Rallye-Hymne gebastelt hat: http://www.synapsenkitzler.de

3. Hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallye 26.09. Berlin-Kreuzberg

Die Kaufkraft der BerlinerInnen ist nicht besonders hoch — so kamen wir am 26.09.2010 wieder einmal ohne das letzte Hemd und nackig zum Besichtigungstermin einer überteuerten Wohnung in Kreuzberg. Den Partytest hat die Wohnung gut überstanden, die Maklerin war nett und verständnisvoll. Aber eigentlich sind wir stinksauer, dass hier mittlerweile 11,50 Euro Kaltmiete verlangt werden. Und es grenzt an strafbaren Mietwucher, auszuprobieren, ob es einen Dummen gibt, der das bezahlt.
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Das Video zur Aktion musste leider wegen einer Strafandrohung des Eigentümers aus dem Netz genommen werden. Das Haus Taborstraße 8 in Berlin-Kreuzberg wurde jahrelang unter für die Mieter schikanösen Bedingungen luxussaniert — die Bewohner vergrault.

Grundsätzlich gilt: Strafbar sind überhöhte Angebote, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt und die Wohnungssuchenden keine andere Wahl haben – wenn offiziell „Wohnungsknappheit“ herrscht. Ab einer Überschreitung der „ortsüblichen Vergleichsmiete“ (in Berlin der Mietspiegel) von 20 % liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, ab 50% ist das eine Straftat und abgeschlossene Mietverträge können auf Mietspiegelniveau reduziert werden. Achtung: Seit 2002 hat der Berliner Senat die Wohnungsknappheit für beendet erklärt! Es darf jede Miete verlangt werden (bei Neuvermietungen).

Wer das zweifelhafte Vergnügen hat, aktuell in Friedrichshain-Kreuzberg eine bezahlbare Wohnung zu suchen, wird bestätigen können, dass hier sogar ein drastischer Mangel an bezahlbaren Wohnungen herrscht – genau wie in den angrenzenden Stadtteilen.

Gegen den alltäglichen Mietwucher – für faire Lebensbedingungen!

Mietbindung: Neuvermietungen an einen ausgewogenen Mietspiegel koppeln!

2. Hedonistische Wohnraumbesichtigungs-Rallye

Sehr entspannt verlief die Rallye in den zwei Luxuswohnungen in Friedrichshain. In der Musterwohnung machte die Maklerin sogar mit beim Rumschmiessen von Luftschlagen. Alles wurde später wieder zusammengeräumt. Auch der Makler des Luxuslofts wirkte amüsiert ob des überraschend unbekleideten Besuchs. Dennoch: Die Wohnungen sind zu teuer!

1. Hedonistische Wohnungsbesichtigungsrallye 31.07. Berlin-Friedrichshain

Wir haben am Samstag, den 31.07.2010 begonnen, dem Treiben auf dem Berlin-Friedrichshainer Wohnungsmarkt aktiv zuzuschauen. Als „hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallye“ klapperten wir so einige Besichtigungstermine der Wohnungsangebote ab, die den Mietspiegel bei weitem übertreffen. Dabei stießen wir auf Wohnungen, die bei 9 und 10 Euro pro Quadratmeter kalt lagen.

Wir „prüften“ die Flächen und die Substanz der Ausstattung auf die Frage hin, was die exorbitanten Mieten rechtfertigen könnte. Dabei kamen wir zu folgenden Ergebnis: Die Mieten sind reine Fantasiebeträge, faktisch durch nichts gerechtfertigt – außer dem Geldhunger des Eigentümers. Durch unsere anschließende Tanzerei konnten wir jedoch die Miete in einem Fall um gut 30 % reduzieren…

Warum hält sich eigentlich keiner an den Mietspiegel? Mieterhöhungen können mit dem Mietspiegel begründet abgelehnt werden. Wieso müssen sich Neuvermietungen nicht am Mietspiegel orientieren?

Diese Fragen werden wir bei unseren nächsten hedonistischen Wohnungsbesichtigungs-Rallyes näher erörtern. Wir laden die Aktiven anderer Kieze dazu ein, selbst hedonistisch hinzuschauen und Samstag-Nachmittags-Spaziergänge mit Musik zu veranstalten.

Viele Grüße,
die hedonistische Wohnungsbesichtigungs-Rallye

Für den Titeltrack Frazy geht hedonistischer Dank an Synapsenkitzler www.synapsenkitzler.de